Wir möchten an dieser Stelle für Patienten zusammenfassen, welche Verhaltensregeln es für Erkrankungsverdächtige derzeit auf der Suche nach Hilfe zu beachten gilt.

Wer gilt derzeit als „begründeter Verdachtsfall“?

Die derzeitige Definition eines begründeten Verdachtsfalls sieht so aus:

Personen, die obligat Anzeichen einer akuten Atemwegserkrankung zeigen und entweder eine Reiseanamnese in ein Clovid-19-Risikogebiet haben oder Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatten.

Verhaltensregeln

Wie sollte ich mich verhalten, wenn für mich die Definition eines begründeten Verdachtsfalls zutrifft?

Zunächst einmal gilt es Ruhe zu bewahren! Ca. 85% der Erkrankten werden nur den Verlauf eines grippalen Infektes mit leichten bis mäßigen Symptomen haben!

Verhalten bei leichten Symptomen

Mögliche Symptome sind zunächst Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, evtl. Durchfall, also unspezifische Symptome, die man auch bei einem grippalen Infekt kennt und sicher schon oft gehabt hat.

WICHTIG!
Gehen Sie nicht einfach ohne Voranmeldung in die nächste Arztpraxis und setzen sich dort ins volle Wartezimmer! Melden Sie sich auf jeden Fall telefonisch zuvor in der Praxis an und sprechen Sie das weitere Vorgehen ab!

Nehmen Sie bei leichten Symptomen auf jeden Fall zuerst telefonisch Kontakt mit der Arztpraxis auf. Dort wird zunächst eine telefonische Beratung erfolgen. Bestätigt sich der begründete Verdachtsfall, wird von der Praxis zunächst das Gesundheitsamt informiert. Eine Entnahme der Abstriche aus dem Nasen-/Rachenbereich in der Arztpraxis ohne ausreichende Schutzausrüstung wird aufgrund des Infektionsrisikos nicht empfohlen. Ggfs. ist dies über die vorwahfreie Telefonnummer 116 117 zu organisieren.

Bis zum Eintreffen des Ergebnisses des Abstrichs (spätestens nach 24 Stunden) müssen Sie zu Hause in Quarantäne verbringen. Tipps, wie sie die Isolation zu Hause durchführen sollten, finden Sie hier zusammengefaßt.

Je nach Ergebnis des Abstrichs, wird das Gesundheitsamt mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

WICHTIG!
Im Laufe der Infektion können sich unter Umständen neue Symptome wie Luftnot entwickeln. Nehmen Sie in diesem Fall umgehend telefonischen Kontakt mit der behandelnden Praxis auf! Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich entweder tagsüber direkt ans örtliche Gesundheitsamt oder rund um die Uhr an die Notrufzentrale der KVB unter der vorwahlfreien Telefonnummer 116117.

Verhalten bei schweren Symptomen

Bei ca. 15% der Erkrankten kann es zu schwereren Symptomen unter Umständen zu Zeichen einer Lungenentzündung kommen. Sollten sie sich schwer erkrankt fühlen und an zunehmender Luftnot und Husten leiden, versuchen Sie trotzdem zuvor telefonisch Kontakt mit der Arztpraxis aufzunehmen um einen Termin ausserhalb der regulären Sprechstunde oder einen Hausbesuch zu ermöglichen. So läßt sich das Infektionsrisiko für alle Beteiligten minimieren.

Sind die Symptome sehr stark, und bekommen sie sehr schwer Luft, ist es besser die Rettungsleitstelle unter der vorwahlfreien Telefonnummer 112 mit dem Verweis auf Ihre Vermutung zu verständigen.

 

Verhalten in der Arztpraxis

Wir können die medizinische Versorgung nur dann aufrecht erhalten, wenn wir uns selbst nicht infizieren. Sonst ist – abgesehen von den möglichen gesundheitlichen Folgen für die meist schon ältere Hausärztegeneration – die Praxis mindestens 14 Tage geschlossen und steht für die weitere Behandlung nicht zur Verfügung. Daher ist es wichtig, das Patienten, die sich selbst als „begründeten Verdachtsfall“ einstufen, ein paar Regeln beim Praxisbesuch beachten, um die Infektionsgefahr für alle Beteiligten zu minimieren.

  • Da schon beim Atmen die Viren aus dem Nasen-Rachenraum ca. 1,5m vor Ihnen als Wolke verteilt werden, bitten wir Sie, 2 Meter Abstand vom Tresen zu halten, wenn Sie sich anmelden.
  • Nutzen Sie beim Betreten und Verlassen der Praxis den Desinfektionsmittelspender – 3ml Lösung auf die Handflächen, mindestens 30 Sekunden einreiben.
  • Reichen Sie niemandem die Hand, auch wenn sie Ihnen reflexhaft angeboten wird!
  • Husten Sie niemanden direkt an, auch nicht um zu zeigen, wie krank Sie sind!
  • Teilen Sie der MFA am Tresen sofort Ihren Verdacht mit, damit wir entsprechend reagieren können!
  • Setzen Sie den Mundschutz, der Ihnen von der MFA am Tresen angeboten wird, umgehend auf.
  • Da SARS-Cov-2 auch über eine sog. Schmierinfektion übertragen wird, fassen Sie in der Praxis möglichst wenig an (Türgriffe!), sondern nutzen Sie wenn möglich zum Türöffnen den Ellenbogen.
  • Sie werden sofort in einen separaten Raum gebracht, wo wir das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen werden.

Wo kann ich mich noch informieren?

Da das Virus noch ganz neu ist, werden sich in den nächsten Wochen und Monaten sicher viele neue Erkenntnisse ergeben. Gute Quellen für aktuelle Informationen sind: